Leseprobe zu Kates Urlaub in Venezuela

 

  »Steht nicht auf dem Schild an der Tür, Versuchslabor? «, fragte Tom, als er in den Raum hineinsah und sich vorkam, als stände er mitten im Dschungel.
Auch Jack war überrascht.
Hier konnte man nicht mal erkennen, wo der Raum enden würde. Sie gingen vorsichtig hinein, bis sie vor vielen Palmen und merkwürdigen Pflanzen standen, die verschiedene Blätter und Blüten hatten. Aber auch übermäßig viele Farne, so groß wie sie selbst, wuchsen rundherum. Ein schmaler Pfad bahnte sich durch die Pflanzen immer weiter in den Raum hinein.
Jack nickte Tom zu, worauf sie dem Weg folgten.
Nach ein paar Schritten kamen sie an einen großen Teich, der rundherum mit kleineren Farnen bepflanzt war. Auf dem Wasser schwammen hübsche Blüten.
»Lotusblätter«, sagte Jack, der auf große, grüne Blätter deutete, die am Rand nach oben geknickt waren.
Im Wasser erkannten sie kleine Fische, deren Farben nicht besonders waren. Goldfische wären hier aber schöner, dachte sich Tom, als Jack ihm erklärte, dass es sich hierbei um Piranhas handeln würde.
Gleich daneben im seichten Wasser lagen mehrere Kaimane. Tom ging sofort einen Schritt zurück.
»Ich hoffe, die bleiben, wo sie sind, bis wir wieder weg sind.«
Sie gingen den Weg entlang immer weiter, auf dem es inzwischen richtig dunkel wurde.

»Man könnte meinen, wir hätten Nacht«, murmelte Tom. »Aber es ist doch gerade erst halb zwölf. Wo kommt dieses grüne Licht denn her? Das sieht hier drinnen aus, wie in einer grünen Hölle. « Er wies vor sich auf einen Tresen.
Davor standen mehrere Barhocker und im Hintergrund hing, an einer grünen Wand, ein Regal mit verschiedenen Spirituosen.
»Scheint so, als hätten wir den Aufenthaltsraum dieser Brüder gefunden«, riet Jack, während er, wie Tom stehen blieb, um sich alles genauer anzusehen.
»Komisch, oder nicht?«, hauchte Tom. »Was soll das hier mit einem Versuchslabor zu tun haben? Und dann diese Warnung, von wegen nur für Personal, das auch die Genehmigung für diesen Raum hat?«
»Genau das wollen wir doch herausfinden, oder Tom?«, fragte Jack, der ihn wieder frech angrinste.
Der hat hier auch noch Spaß dabei, dachte sich Tom, während er Jack leise den Weg entlang folgte. Kurz nach der Bar kamen sie um eine kleine Biegung.
Von hier konnten sie den Teich auch wieder sehen, dieses Mal von der anderen Seite. Ein kleiner Steg führte etwa einen Meter über den Teich hinein.
Tom blieb wie angewurzelt stehen.
Jack, der den Steg betrachtete, stieß kurz mit ihm zusammen.
»Was ist? Wieso bleibst du so plötzlich stehen?«, fragte er.
Im gleichen Moment stockte ihm der Atem.
Was er hier sah, war einfach unbeschreiblich.
Er konnte einen dreieckigen Käfig sehen, der ebenfalls aus diesem grünlich angelaufenen Kupfer zu sein schien. Die spitze Seite des Dreiecks verlief nach hinten, in ein Gebüsch mit mehreren großen Farnen. Der Käfig maß sicher an der langen Seite vor ihnen acht Meter und lief nach hinten, zur Spitze weitere acht bis zehn Meter aus.
Es war so dunkel, dass sie nicht gleich alles erkennen konnten. Da sich das Tier in dem Käfig jedoch bewegte und die Augen gelb in der Dunkelheit leuchteten, schauten sie, wie gebannt nirgends sonst hin. Es machte den Eindruck, als würde dieses Tier auf einem Farnblatt sitzen, das sich leicht auf und abbewegt. Doch dann richtete das Wesen seine Aufmerksamkeit auf Tom und Jack.
Es wandte seine gelb, leuchtenden Hauptaugen direkt auf sie.
Tom holte tief Luft. Es ah für einen Moment so aus, als würde die Kreatur aus dem Käfig zu ihnen herüberspringen.
»Was ist das? «, hauchte Tom.
Jack sah sich fix um, wobei er einen Kurzfilm über dem Käfig bemerkte. Neben dem Monitor stand auf einem Schild Vogelspinne (Arachnida 04.09.2013).
»Keine Ahnung, Tom. Auf dem Schild dort steht Vogelspinne. Vielleicht hat es die Spinne gefressen?«

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Leseprobe zu Kates Urlaub in Alaska

 

»Ja. Wir alle konnten Chloe wirklich gut leiden. Es ist einfach unvorstellbar, dass so etwas passieren konnte«, meinte Kate traurig, nahm sich die gefüllte Ananas, die aus gegrilltem Thunfischfilet mit süßen, warmen Mangos, Paprika sowie Ananasstückchen bestand.
Während sie am Buffet standen, bemerkten sie ein paar Tische weiter hinten ein älteres Ehepaar, das sich heftig stritt.
»Ich will hier keine Sekunde länger mehr bleiben, Arthur! «, schnaubte die Frau erhitzt.
»Schatz, es ist in letzter Zeit keiner mehr gestorben, ich habe extra mit dem Schiffsarzt gesprochen«, entgegnete der Mann mit mittlerweile rotem Kopf, weil zwischenzeitlich nicht nur Kate ihrem Gespräch folgte.
Viele Passagiere, die in ihrer Nähe saßen, gaben jedoch der Frau recht. Kate konnte noch einen Tisch weiter ein Paar hören, dass sich ebenso Gedanken machte, wie diese ältere Dame.
»Siehst du«, sagte dort ein Mann, den Kate auf vierzig Jahre schätzte, »wir sind nicht die Einzigen, denen es auffällt. «
»Ich weiß, Liebling. Was sollen wir denn machen? Das Schiff einfach verlassen? «
Kate war entsetzt, als sie bemerkte, dass die Passagiere so panisch reagierten.

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Leseprobe zu Kates Urlaub in Australien


»Kennt ihr überhaupt den richtigen Weg?«, fragte Jasmin.
»Leise«, zischte Charles angespannt. »Wir sollten unsere Ohren spitzen.«
Um an ihre Autos zu kommen, mussten sie wieder in die Nähe der Lagune.
»Wilhelm«, brummte Richard. »So laufen wir doch mehr oder minder auf dieses Viech zu. Lass uns einen großen Bogen machen!«
»Wir nehmen den kürzesten Weg«, raunte Wilhelm.
Richard kam schnell zu ihm vor und hielt ihn an seiner Schulter fest.
»Wir sind vorhin auch ganz entspannt hier rumgelaufen.«
Wilhelm sah verärgert zu seinem Vater. »Erklärst du ihm bitte, warum wir uns beeilen müssen?«
»Aber wenn die Echse es auf uns abgesehen hätte, dann wäre die schon längst hier«, flüsterte ihm Richard zu.
In diesem Moment konnten sie ein rhythmisches Schnauben und ein leises surren hören.
Charles hob seine Hand, damit die anderen verstummten. Lautlos ging er an einem breiten Farn vorbei und spähte dahinter.
Wilhelm folgte ihm.
Als er seinem Vater über die Schulter blickte, erstarrte er vor Schreck. Vor ihm lag eine Echse im Schatten eines Baums und ruhte. Ihre Augen standen offen, aber sie bewegte sich nicht, nur ihr Kopf hob und senkte sich sanft mit jedem ihrer Atemzüge. Das surrende Geräusch verursachten dicke Fliegen, die ihr um die Schnauze flogen.
Charles war sich sicher, dass die Echse sie gesehen hatte, aber das Tier reagierte nicht. Es lehnte einfach nur an diesem Baumstamm. Schlagartig wurde es Charles bewusst, die Echse schlief mit offenen Augen.
Mit einer Handbewegung bedeutete er den anderen, zurückzubleiben. Dann drehte er sich zu ihnen um und kam mit seinem Sohn möglichst geräuschlos wieder auf sie zu.
»Da schläft eine von diesen Echsen«, flüsterte er. »Wir sollten besser einen kleinen Bogen machen, wie Richard sagte. Hier entlang geht es nicht.«
»Vater bitte«, drängelte Wilhelm. »Die schläft! Lass uns ein paar Meter weiter an ihr vorbeigehen. Das wird ausreichen.«
»Wie kommst du darauf, dass es davon noch mehr geben könnte, Charles?«, fragte Jasmin keuchend.

»Weil schon ein Exemplar von euch ausgegraben wurde«, flüsterte Charles. »Und das war bereits an die tausend Jahre alt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es hier von diesen Tieren nur so wimmelt.«
Kate zitterten die Beine. Sie wollte so schnell wie möglich zurück, zu den Autos.
»Also gut, Wilhelm. Geh du mit deiner Waffe voraus« riet ihm Charles.
Als sie mit einem Abstand von zehn Metern an dem Tier vorbeikamen, konnten sie es, hinter dem Farn liegen sehen.
Es hob seinen kurzen Vorderlauf, um sich die surrenden Fliegen von der langen Schnauze zu wischen. Ansonsten rührte sich das Tier nicht.
In diesem Moment trat Jasmin auf einen dünnen Ast, der laut krachend auseinanderbrach. In Kates Ohren hallte das Geräusch erschreckend laut nach.
Gespannt blickten sie zu der Echse zurück, die leise grunzte und schnaubte. Sie fing an sich zu bewegen, doch änderte sie nur kurz ihre Stellung und schlief einfach weiter.
Durch die Hitze, aber auch durch den Angstschweiß, klebten Kates Haare im Gesicht und am Nacken.
Leise liefen sie nun immer weiter, bis sie endlich den Fluss fanden, an dem sie sich hierher orientiert hatten.
Jasmin war aschfahl. Sie hatte die gleiche Angst, wie Kate.
Am Uferrand konnten sie kaum laufen, ohne laute Geräusche zu verursachen, weshalb sie schließlich im seichten Wasser weitergingen.
»Wie weit ist es denn noch?«, murmelte Kate, die sich an diesen langen Weg nicht mehr erinnern konnte.
Dann sah sie den Busch, an dem immer noch ein Teil ihrer Bluse hing.
»Dürfte jetzt nicht mehr allzu weit sein«, flüsterte ihr Patrick zu, wobei er auf den Busch mit dem Stofffetzen deutete.
Wilhelm blieb stehen.
»Was ist?«, hauchte Charles. »Hast du was gesehen?«
Sein Sohn deutete vor sich in die Mitte des Flusses.
Dort ragten die Augen eines Krokodils aus dem Wasser. Es schwamm mit schlenkernden Bewegungen seines Schwanzes, mit dem er das Wasser hinter sich aufwühlte. Hinter dem Kopf konnten sie die Krümmung des gepanzerten Rückens sowie den Schwanz sehen, der immer wieder die Wasseroberfläche durchbrach.
»Wir müssen sofort aus dem Wasser«, rief Jasmin.
Sie bemerkte jedoch im gleichen Augenblick, dass sie einen gewaltigen Fehler gemacht hatte.
»Sei doch leise! Hier rüber«, rief Wilhelm und deutete auf den Dschungel links von sich.
Sie rannten, so schnell sie konnten, wissentlich, dass die schlafende Echse jetzt mit Sicherheit wach war. Das Krokodil hingegen schwamm einfach weiter den Flusslauf entlang.
Wilhelm blickte beim Rennen zu ihnen zurück, bemerkte etwas und blieb schlagartig stehen.

 

 

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Leseprobe zu Kates Urlaub außer Plan

 

Als sie das Boot von Kostas angelassen hatten, steuerte Bowen in die entgegengesetzte Richtung.
»Oh nein. BOWEN!«, schrie Nick. »UMDREHEN! UM-DREHEN!«
Alle blickten sie in die Richtung, in die Nick mit weit aufgerissenen Augen deutete.

Bowen reagierte sofort. Er steuerte das Boot wieder zurück, dann fuhr er zu der kleinen Insel, auf der sie zuvor schon mal gewesen waren.
Hätte Bowen nicht augenblicklich reagiert, wären sie direkt vor die Yacht von Xercog gefahren.
»Oh man«, sagte Rooie zittrig. »Hoffentlich sehen die uns nicht. Was sucht der mit seinem Schiff denn jetzt hier?«
»Ich denke, wir lagen mit unserer Vermutung richtig«, meinte Dave. »Der steckt mit denen unter einer Decke. Jetzt sind die schon gemeinsam hinter uns her.«
Während Bowen auf die kleine Insel zufuhr, sahen sie sich ständig nach dem schwarzen Schlauchboot und Xercogs Yacht um. Als sie ein paar Minuten später ankamen, waren sie alle ziemlich aufgebracht.
»Kommt«, rief Bowen. »Steigt aus! Rooie, Dave helft mir doch mal, das Boot unter das Gebüsch da drüben zu ziehen. Falls die hier rumschnüffeln, sollten die das Teil nicht gleich sehen.«
»Ob wir heute Abend wieder zurückkönnen?«, fragte sich Despina.
»Das glaube ich kaum«, antwortete ihr Kate. »Aber wir werden auch hier was zu essen finden.«
»Darum geht es mir doch gar nicht«, schluchzte sie. »Es ist nur, wenn meine Kinder zurückkommen, und wir sind nicht mehr da und-«
»Aber Schatz«, tröstete sie ihr Mann. »Die Kinder sind sicher bei diesem Xercog. Keine Angst er wird ihnen nichts tun, es sind doch noch Kinder.«
Despina weinte erneut los.
Kate, die nicht wusste, was sie dazu sagen sollte, kehrte ihnen den Rücken.
»Kommst du mit, Mo?«, fragte sie. »Wir könnten nachsehen, ob es hier Kokosnüsse gibt.«
Die Männer wollten am Strand bleiben, damit sie die beiden Boote beobachten konnten, die noch am Ufer ihrer eigentlichen Insel lagen.

»Ich verstehe nur nicht«, murmelte Sam, »warum Xercog seine Yacht auf dieser Seite angelegt hat und die anderen auf der gegenüberliegenden Seite?«
»Vielleicht wollten die uns überraschen? Sich gleichzeitig von beiden Seiten anschleichen, meine ich«, überlegte Rooie laut.
»Das ergibt keinen Sinn«, entgegnete ihm Bowen. »Wen die lautlos gekommen wären, dann-«
»Genau«, sagte Dave, der sich in die Hände klatschte. »Xercog kam, ohne dass wir ihn bemerkt haben. Erst als Nick ihn gesehen hat, haben wir mitbekommen, dass er überhaupt da war. Er hatte seinen Motor aus. Die anderen aber-«
»Hatten den Motor laufen«, murmelte Bowen. »Das ist richtig, Dave.«
»Das verstehe ich jetzt nicht«, sagte Rooie. »Was ändert das?«
»Ganz einfach«, meinte Bowen grinsend. »Diese Männer mit dem schwarzen Motorboot kommen wohl doch nicht auf Xercogs Wunsch. Die hätten sich sonst beide angeschlichen. Aber da! Seht doch!«
Sie sahen gebannt wieder zu ihrer Insel.
Die weiße Yacht von Xercog fuhr soeben davon.
»Und die anderen bleiben noch dort?«, wunderte sich Rooie.
»Hoffentlich hat Xercog die nicht umgebracht.«
»Da gibt’s nur eine Möglichkeit«, sagte Bowen, wobei er vom Sand aufstand. »Ich fahre rüber und spreche mal mit diesen Leuten.«
»Wenn die noch am Leben sind«, argwöhnte Rooie.
»Ich komme mit«, nuschelte Dave. »Du fährst da nicht alleine rüber. Wer weiß, was dich dort erwartet?«
»Sollten wir nicht besser alle wieder zurück?«, fragte Rooie.
»Nein«, antwortete ihm Bowen bestimmt. »Nicht, solange wir nicht wissen, was da vor sich geht.«
»Genau«, mischte sich Sam ein. »Vielleicht kommt Xercog ja gleich wieder zurück? Er könnte nur was holen.«
Bowen sah ihn finster an.
»Das will ich nicht hoffen! Dave hast du eine Waffe dabei?«
»Natürlich«, sagte er, hob eine der Glock Pistolen empor und grinste. »Ich überlasse, in so einer Situation, dem Feind doch nicht unsere Waffen.«
»Gut, dann lass uns kurz nachsehen«, sagte Bowen. Er warf seine Waffe ins Boot und zog es mit Dave wieder ins Wasser.
»Wenn ihr in zwei Stunden nicht zurück seid, schwimmen wir zu euch«, schlug ihnen Sam vor.

 

 

 

 

 

 

Leseprobe zu Kates Urlaub in York

 

Sich schleppend, heulend und schniefend packte es Kate zu einem nahe gelegenen Baum, an dem sie sich niederließ.

Der Tag hatte kalt, grau und neblig begonnen.

Das passte zu ihrer augenblicklichen Situation.

Sie fröstelte, weil sie keine Jacke dabei hatte. Am ganzen Körper zitternd, suchte sie ihre Arme nach eventuellen Flecken ab, die sie bei Erkrankten gesehen hatte.

Schnell kam ihr der Gedanke, dass dieses Frösteln ein Anzeichen dafür sein könnte, dass der tödliche Virus bei ihr bereits zum Ausbruch kam.

Jetzt kam Hitze in ihr auf.

Das ist Fieber, dachte sie. Will hatte es erwähnt; das hämorrhagische Fieber.

Sie wusste nicht, inwiefern es sich zu einem normalen Fieber unterscheiden würde, aber das es ihr so schnell warm wurde, das ließ sicher darauf schließen.

Suchend blickte sie sich um.

Überall lagen Leichen.

Inzwischen kam ihr der Gedanke, dass die Menschen auch erfroren sein könnten. Sie hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass die armen Geschöpfe hier draußen schrecklich frieren könnten. Jetzt, da es ihr selbst kalt, dann aber auch sofort wieder warm wurde, dachte sie etwas anders darüber nach.

Ein paar Meter von ihr entfernt saß ein Mann.

Er war noch am Leben.

Vielleicht hat er das Virus noch gar nicht, überlegte sich Kate. Dann wäre es ein Fehler, sich ihm zu nähern. Ich könnte ihn jetzt anstecken.

Erneut kam die Kälte in ihr auf.

Ihre Zähne klapperten und die Beine zitterten unaufhörlich.

Sie erinnerte sich daran, wie sie mit Etienne in dem Stall war, in dem die Kutschen standen. Dort lagen haufenweise dicke kuschelige Decken.

Sie raffte sich auf.

Als sie am Haupteingang vorbeikam, wurde es ihr übel.

Über die ganze Treppe verstreut lagen tote Menschen.

Alle hatten sie blutrote Augen, merkwürdige blaue Flecken auf ihrer leichenfahlen Haut, wie an den Händen oder auch am Hals. Ihre Lippen hingegen wirkten mit ihrer Lilafärbung zombieähnlich. Angewidert von diesem Anblick huschte sie schnell daran vorbei.

Um die Kurve kommend, sah sie einen Jungen, der etwa achtzehn Jahre alt war. Er wirkte einigermaßen gesund.

   »Geh«, schrie Kate. »Halte Abstand von mir!«

Der Junge reagierte panisch.

Er rannte sofort in den Wald zurück.

Heulend stürmte Kate auf den Stall zu.

Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie würde alleine sterben, nein, sie würde elend krepieren. So, wie die Menschen auf der Steintreppe, vor dem Castle. Immerhin, dachte sich Kate, waren die nicht einsam, als sie gestorben sind. Zu diesem Zeitpunkt waren noch so viele am Leben, doch nun, …? Sie war praktisch die Einzige, die hier noch über den Hof lief.

Keuchend zog sie das Scheunentor auf.

Sie erstarrte und stellte entsetzt fest, dass auch hier schon einige von den infizierten Menschen lagen.

In der vordersten Kutsche lag eine tote Frau, eingewickelt in eine dicke Decke.

Kate versuchte die Leiche anzuheben, um an die Wolldecke zu gelangen. Die Frau war unvorstellbar schwer.

Dann stieg Kate zu ihr in die Kutsche.

Von oben auf den Leichnam herabblickend, stach ihr ein ekelerregender Geruch in die Nase.

Die Frau stank nach altem Fleisch mit einem süßlich moschusartigen Duft. Sie verweste bereits und das bei dieser Kälte.